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Als dritter Teil der sonnenreichen Folge 2018–2019–2020 ist der Jahrgang 2020 der ausgewogenste: Die Trockenheit konzentrierte die kleinen Beeren, doch kühle Nächte bewahrten die Säure und brachten zugleich dichte und spannungsreiche Weine hervor. Die Rangfolge ist klar. Burgund glänzt bei Weiß- und Rotweinen mit strahlenden Weißen und konzentrierten Roten; Rhône und Loire bringen frische, präzise Weine hervor; das Roussillon liefert trotz geringer Erträge lagerfähige Rotweine von seltener Tiefe. In Burgund bringt Joseph Drouhin Les Amoureuses die ganze Finesse von Chambolle-Musigny zum Ausdruck; im Roussillon vereint La Muntada von Gérard Gauby Konzentration und Eleganz. Um 2020 unter den großen Jahrgängen der jüngeren Zeit einzuordnen, nutzen Sie den SoDivin-Jahrgangsführer.
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Ja, und zwar auf besondere Weise. Mit 2020 endet eine Folge von drei heißen, trockenen Sommern (2018, 2019, 2020). Von diesen drei Jahrgängen ist er jedoch der ausgewogenste: Die Wärme förderte die Konzentration, während die kühlen Nächte die Säure bewahrten. Das Ergebnis sind Weine, die Fülle und Frische vereinen – ohne die Überreife, die man bei einem sonnenreichen Jahr befürchten könnte. Die Weißweine aus Burgund und von der Loire sind bereits verführerisch, während lagerfähige Rotweine wie die der Domaine de la Janasse in Châteauneuf-du-Pape noch etwas Geduld verlangen. Bei diesem Jahrgang lohnt sich die gezielte Auswahl der richtigen Flasche mehr als ein pauschaler Kauf.
Das hängt davon ab, was Sie suchen. Für einen Weinkeller mit Blick auf die Lagerung zählen die konzentrierten Rotweine aus dem Roussillon, die Châteauneuf-du-Pape und die großen Rotweine vom rechten Bordeaux-Ufer zu den verlässlichsten Weinen des Jahrgangs. Bordeaux-Liebhaber können die klassifizierten Grands Crus aus Bordeaux entdecken. Wer früheren Genuss sucht, findet bei weißen Burgundern, Vouvrays von der Loire und Rieslingen aus dem Elsass schon jetzt strahlende Weine, getragen von der Säure des Jahrgangs. Die 2020 selteneren Süß- und edelsüßen Weine sind etwas für geduldige Liebhaber. Um 2020 mit anderen großen Jahrgängen zu vergleichen und Weine auf ihrem Höhepunkt zu finden, halten Sie unseren Jahrgangsführer griffbereit.
Ein Wein aus dem Geburtsjahr ist ein wunderschönes Geschenk. Die Weine von 2020 sind 2026 noch jung und haben viele Jahre vor sich: Die heute verschenkte Flasche wird an Komplexität gewinnen, während das Geburtstagskind heranwächst. Für ein Geschenk, das sofort Freude bereitet, bieten sich ein weißer Burgunder oder ein Vouvray von der Loire an. Wer eine Flasche symbolisch aufbewahren möchte, kann einen großen Rotwein von der Rhône oder aus dem Roussillon wählen, der das 2020 geborene Kind über die Jahre begleitet. Unsere Auswahl zum Geburtsjahr hilft Ihnen, die passende Flasche zu finden.
Der Jahrgang 2020 beschließt eine beispiellose Folge von drei heißen, trockenen Sommern. Der früh einsetzende, von Trockenheit geprägte Sommer – in mehreren Regionen einer der trockensten des letzten halben Jahrhunderts – hätte schwere Weine hervorbringen können. Doch das Gegenteil trat ein: Kühle Nächte und geringe Niederschläge konzentrierten die Beeren und bewahrten zugleich die Säure. Deshalb wird 2020 oft als Rückkehr zu einem klassischeren Stil beschrieben. Entscheidend für den Erfolg waren die Wahl des Lesezeitpunkts und der Umgang mit dem Wassermangel im Weinberg. Wo diese Entscheidungen richtig getroffen wurden, brachte das Jahr von Burgund bis zum Roussillon ausgewogene, frische und tiefgründige Weine hervor.
In Bordeaux ist 2020 nach 2018 und 2019 der dritte große Jahrgang in Folge. Der trockenste Sommer seit 1959 brachte kleine Beeren hervor, insbesondere beim Cabernet Sauvignon, mit einem hohen Verhältnis von Schale zu Saft: Das erklärt die konzentrierten, farbintensiven Rotweine. Die Säure blieb jedoch gut erhalten, und die besten Weine zeigen Frische und Länge statt Schwere – klassische Merkmale von Bordeaux. Es ist kein Jahrgang, der sich eindeutig dem linken oder dem rechten Ufer zuordnen lässt: Am besten schnitten kalkhaltige Lehmböden ab, die Wasser speichern können. Das rechte Ufer zeigte sich jedoch insgesamt beständiger, allen voran Pomerol.
Die Merlots aus Pomerol ergaben vollmundige, samtige Weine; Pétrus und die großen Namen der Appellation brachten hier 2020er von bemerkenswerter Fülle hervor. In Saint-Émilion geht der Stil eher in Richtung Eleganz und Präzision, wie bei Cheval Blanc. Am linken Ufer und in Pessac-Léognan entstanden hervorragende Cabernet-Weine; Haut-Brion zählt zu den Weinen des Jahres. Die edelsüßen Weine aus dem Sauternais waren dagegen schwieriger zu erzeugen, da sich Botrytis – die Edelfäule, die den Zucker konzentriert – erst spät und nur in geringem Umfang einstellte.
Lagerpotenzial: Die großen Rotweine brauchen fünf bis fünfzehn Jahre im Keller; bei jung geöffneten Flaschen empfiehlt sich langes Dekantieren.
Burgund erlebte die heißeste und trockenste Saison des noch jungen Jahrhunderts; an der Côte d’Or fiel weit weniger Regen als üblich. Das Paradoxe an diesem Jahr lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Sonnige Bedingungen brachten Weine von unerwarteter Frische hervor. Kühle Nächte bewahrten die Weinsäure, das Rückgrat des Jahrgangs. Im Mittelpunkt stehen die Weißweine: präzise, salzig und strahlend. Die Rotweine sind konzentriert und tiefdunkel, behalten aber eine lebendige Struktur. 2020 ist der erste Jahrgang seit 2015, der bei Weiß- und Rotweinen gleichermaßen als so gelungen gilt.
In Chablis setzt Vincent Dauvissat der Hitze eine fein geschliffene Mineralität und salzige Spannung entgegen. An der Côte de Beaune zeigt Vincent Dancer die Reinheit der Weißweine und die Finesse der Rotweine dieses Jahrgangs. Die großen Rotweine der Côte de Nuits sind dicht und strukturiert und verlangen Geduld; die besten zählen nach Ansicht der Verkoster von Decanter zu den gelungensten des Jahrzehnts. Die Weißweine hingegen lassen sich früher genießen, ohne dadurch an Lagerpotenzial einzubüßen.
Lagerpotenzial: Weißweine sind ab sofort und über die nächsten zehn Jahre trinkreif; große Rotweine können gut zehn bis zwanzig Jahre reifen.
Im Rhônetal setzt 2020 eine bemerkenswerte Serie fort, allerdings in einem leichteren und frischeren Stil als 2019. Der Sommer war heiß und trocken, jedoch ohne die Hitzespitzen des Vorjahres. Das sorgte für eine bessere Balance und bewahrte die Säure. Im Norden zeigt Syrah klare Frucht, seidige Tannine und schöne Mineralität; die Weißweine aus Marsanne, Roussanne und Viognier gewinnen an Strahlkraft und Lebendigkeit. Im Süden sind die Rotweine geschmeidig und elegant. In Châteauneuf-du-Pape hängt der Erfolg vom Terroir ab: Die besten Lagen bringen intensive und zugleich distinguierte Weine hervor.
In Châteauneuf-du-Pape gewinnt die Domaine de la Janasse aus ihren alten Reben einen Grenache, der zugleich genussvoll und frisch ist. Im Vaucluse besticht die Domaine des Tours aus dem Umfeld von Château Rayas durch Finesse und reine Frucht – ein eleganter Einstieg in diesen Stil des Rhônetals. Insgesamt ist es ein Jahrgang, den man schon jung genießen kann, auch wenn sich die großen Châteauneuf-Weine erst mit der Zeit voll entfalten werden.
Lagerpotenzial: Die Weiß- und Rotweine des Südens sind schon jung zugänglich; die großen Châteauneuf-du-Pape entfalten sich nach einigen Jahren im Keller vollständig.
Loire und Elsass teilen im Jahr 2020 eine gemeinsame Handschrift: reife Trauben, aber auch eine Säure, die den Weinen Rückgrat verleiht. An der Loire fand der Chenin Blanc aus Vouvray eine schöne Balance: Der natürliche Zucker der Trauben verbindet sich mit lebendiger Säure, vom trockenen bis zum lieblichen Wein. Im Elsass war 2020 ein sonnenreiches Jahr von hoher Qualität, in dem die großen Riesling-Gewächse vollmundige, aber spannungsreiche trockene Weißweine für die Lagerung hervorbrachten. Überall verhindert die Frische, dass die Reife in Schwere umschlägt.
In Vouvray bringt die Domaine Huet den Clos du Bourg in puren, salzigen Varianten hervor, die zu den größten Erfolgen der Appellation im Jahr 2020 zählen – ein von Wine Advocate gewürdigtes Zeugnis für die Finesse des Chenins in diesem Jahr. Im Elsass verbinden große Riesling-Gewächse wie der Wiebelsberg von Marc Kreydenweiss Dichte mit mineralischer Präzision. Diese Weißweine aus dem Norden zeigen, dass die für 2020 charakteristische Balance bis in die nördlichen Terroirs reicht.
Lagerpotenzial: Trockene Weine aus dem Elsass und Vouvray lassen sich zehn bis fünfzehn Jahre lang genießen; die lieblichen Loire-Weine halten mehrere Jahrzehnte und sind dank ihrer Frucht schon jetzt zugänglich.
Der Süden erlebte ein anspruchsvolles Jahr. Frühjahrsfrost und anschließende Sommertrockenheit ließen die Erträge im Roussillon auf historisch niedrige Werte sinken. Dafür sind die Weine schön konzentriert: dicht und aromatisch, mit reifen Tanninen und eleganter Textur. Die kühleren Terroirs, etwa am Pic Saint-Loup, bewahrten eine wertvolle Frische. Insbesondere das Roussillon brachte Rotweine von einer Tiefe hervor, die sich mit denen größerer Weinregionen messen kann.
Als Aushängeschild des Roussillon erzeugt das Weingut von Gérard Gauby aus seinen alten Reben konzentrierte, aber stets elegante Rotweine, darunter die bereits erwähnte Cuvée La Muntada. Am Pic Saint-Loup bringt Clos Marie mit Les Glorieuses einen charaktervollen Rotwein hervor, der zugleich sonnenverwöhnt und frisch ist. In der Provence führt die Domaine Tempier in Bandol die große Mourvèdre-Tradition fort – mit strukturierten Rotweinen, die für eine lange Lagerung geschaffen sind. Diese Terroirweine lohnen sich wegen ihrer Persönlichkeit ebenso wie wegen ihres Reifepotenzials.
Lagerpotenzial: Die meisten Weine lassen sich über fünf bis zehn Jahre genießen; die großen Rotweine des Roussillon und die lagerfähigen Bandol-Weine halten deutlich länger.
Wer bei einem sonnenreichen Jahrgang Bedenken hatte, kann bei 2020 aufatmen: Konzentration und Frische gehen Hand in Hand. Die lagerfähigen Weine – Rotweine vom rechten Bordeaux-Ufer, große Burgunder-Crus, Châteauneuf-du-Pape und Rotweine aus dem Roussillon – werden sich noch viele Jahre weiterentwickeln. Die Weißweine aus Burgund, die Rieslinge aus dem Elsass und die Vouvray-Weine von der Loire lassen sich dagegen schon jetzt mit Freude genießen. In einem Jahrgang, in dem es auf das jeweilige Weingut ankommt, macht die richtige Orientierung den Unterschied: Um 2020 mit anderen großen Jahrgängen zu vergleichen und jede Flasche zu ihrem Höhepunkt zu genießen, halten Sie den SoDivin-Jahrgangsführer griffbereit.