Jahrgang 1966: Die klassische Eleganz großer französischer Weine

SoDivin
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millésime 1966

Der Jahrgang 1966 gehört zu jenen diskreten, aber von Kennern tief respektierten Jahren. In Frankreich brachte dieses Jahr Weine von großer Reinheit hervor – elegant und strukturiert –, die das ganze Können der Winzer vor dem modernen Zeitalter der technologischen Weinbereitung offenbaren. Von Bordeaux bis Burgund, von der Rhône bis zur Champagne präsentiert sich 1966 als ein Jahr des verfeinerten Klassizismus, das diejenigen belohnt, die Finesse mehr schätzen als Kraft.

Bordeaux-Weine im Jahr 1966

In Bordeaux gilt das Jahr 1966 als der letzte große Jahrgang vor 1970, dem berühmten 1961 folgend. Nach einem milden Winter und einer erfolgreichen Blütezeit ermöglichte der trockene und sonnige September eine allmähliche und ausgewogene Reife. Die Regenfälle am Ende des Sommers brachten genau das richtige Maß, um die Ernte zu vollenden.

Die Rotweine des Jahrgangs 1966 zeichnen sich durch ihre elegante Tanninstruktur, ihr Gerüst und eine gut ausbalancierte Säure aus. Die Gewächse des Médoc, insbesondere aus Saint-Julien, Pauillac und Margaux, zeigen große Finesse. Die besten Châteaux – wie Château La Lagune, Château Palmer, Château Mouton-Rothschild und Château Haut-Brion – erzeugten tiefgründige Weine mit dunkler Farbe und Aromen von reifen Früchten und Gewürzen.

Am rechten Ufer zeigen Saint-Émilion und Pomerol eine schnellere Reife und bieten runde, harmonische Weine, die früher zugänglich sind. Weingüter wie Petrus, Lafleur oder Canon brachten Flaschen von seltener Eleganz hervor.

Die edelsüßen Weine aus Sauternes litten im Oktober unter einem Mangel an Feuchtigkeit, was die Entwicklung des Botrytis-Pilzes einschränkte. Dennoch bewahren Gewächse wie Château Suduiraut und Château d‘Yquem eine schöne Frische und eine ausgewogene Säure.

Die Region Burgund im Jahr 1966

In Burgund zeichnen sich die Weine des Jahrgangs 1966 durch eine seltene Harmonie zwischen Menge und Qualität aus. Nach einem eher trüben Sommer ermöglichte die Rückkehr sonnigen Wetters im September eine optimale Reifung der Trauben. Das Ergebnis sind Rotweine von beispielhafter Ausgewogenheit, mit fester Struktur und bemerkenswerter Frische. Die großen Güter der Côte de Nuits wie auch der Côte de Beaune brachten langlebige Weine mit großer aromatischer Reinheit hervor. Henri Jayer beschrieb diesen Jahrgang übrigens als „sehr ehrlich“ und betonte die harmonische Reife sowie die perfekt integrierte Säure. Bei den Weißweinen, insbesondere in Puligny-Montrachet, bietet 1966 spannungsreiche, großzügige und elegante Weine von außergewöhnlicher Finesse.

Burgunder Weinberge
Burgunder Weinberge

Der Jahrgang 1966 im Rhônetal

Das Rhône-Tal erlebte 1966 ein ausgezeichnetes Jahr, insbesondere im nördlichen Teil. Die großzügige Septembersonne ermöglichte es den Rebsorten Syrah und Grenache, eine schöne Konzentration zu erreichen. Die Weine aus Châteauneuf-du-Pape, Cornas und Hermitage zeigen sich kraftvoll, vollmundig und mit außergewöhnlichem Lagerpotenzial. Châteauneuf-du-Pape wird übrigens häufig als die Appellation des Jahres 1966 bezeichnet.

Champagner aus dem Jahr 1966

Der Champagnerjahrgang 1966 zeichnet sich durch eine gleichbleibend hohe Qualität in der gesamten Region aus. Nach einem trockenen Jahresbeginn und einer frühen Blütezeit waren die Reifebedingungen ideal. Große Häuser wie Bollinger, Gosset oder Laurent-Perrier erzeugten Cuvées von bemerkenswerter Frische, die auch Jahrzehnte später noch strahlend wirken. Die Cuvée William Deutz gilt als Referenz dieses Jahrgangs und verbindet Finesse mit aromatischer Nachhaltigkeit.

Unsere Auswahl

pichon comtesse lalande 1966

CHÂTEAU PICHON LONGUEVILLE COMTESSE DE LALANDE 1966

larcis ducasse 1966

CHÂTEAU LARCIS DUCASSE 1966

moet et chandon 1966

MOET ET CHANDON Brut Imperial 1966